Burbach - Ein besonderer Weihnachtsabend
by Michael Momber

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Ein besonderer Weihnachtsabend

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Bei der Heiligabend-Aktion der Kirchen fanden 500 Bedürftige den Weg ins E-Werk
Bei Hackbraten und Kartoffelsalat feierten auch in diesem Jahr 500 Bedürftige im Burbacher E-Werk den Heiligabend. Ob Obdach- oder Wohnungslose, arme Alleinstehende oder bedürftige Familien. Bei diesem Fest musste sich niemand in die Schlange stellen.
Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Zufrieden blickt Dirk K. von oben auf sein Werk. Er sitzt in der Helfer-Lounge im E-Werk auf den Burbacher Saarterassen und beobachtet, wie es sich unten mehr als 500 Leidensgenossen bei der Heiligabend-Aktion einmal gut gehen lassen. „Zwei Tage lang habe ich hier mit vielen anderen geschuftet, damit das heute so schön wird“, berichtet er. Von den Tischen über die weihnachtliche Dekoration bis zur letzten Gabel musste schließlich alles vorbereitet werden.

Der 30-Jährige ist gerade erst aus der Haft entlassen worden, jetzt ist er nach eigenen Angaben „wohnungs- aber nicht obdachlos“. In seinen Augen spiegelt sich tiefe Dankbarkeit: „Es ist der Wahnsinn, was die Kirchen hier alles auf die Beine stellen.“ Unten im Saal seien viele Freunde, die das Programm und das Essen genießen. Hackbraten, Kartoffel- und Karottensalat gibt es. Für diese Mahlzeit müssen sich die Bedürftigen – unter ihnen nicht nur Wohnungslose, auch arme Alleinstehende, bedürftige Familien und Menschen, die sich alleine fühlen – bei diesem Fest einmal nicht hinten in der Schlange anstellen. Das Servieren erledigen hier die über hundert Helfer, die Teller um Teller zu den sonst randständigen Personen an den Tischen bringen. Es tut offenbar gut, einmal am hübsch gedeckten Tisch mit sauberem Tischtuch, weihnachtlicher Dekoration, glänzendem Besteck und glitzernden Gläsern auf das warme Essen zu warten und sich dabei mit dem Tischnachbar zu unterhalten. Zumal es auf der Bühne Unterhaltung gibt. Da wird gerappt und gesungen, das Blasorchester Dudweiler lässt Posaunen und Trompeten erschallen. Die Tanzschule Euschen-Gebhardt ist wie Gitarrist Hector Zamora Stammgast bei der Heiligabend-Aktion. Auch am vergangenen Donnerstag, als die Aktion einen runden Geburtstag feierte: Sie ging zum 40. Mal über die Bühne. Zamora sagt, warum er hier so gerne spielt: „Diese Leute sind ein ganz tolles Publikum, sie erzeugen eine ganz besondere Stimmung.“

Der Moderator des Abends, Diakon Horst-Peter Rauguth, berichtet, ein erneuter Besucherrekord sei ausgeblieben. Wie im Vorjahr seien gut 500 Gäste gekommen. Im E-Werk fühlen sich alle Beteiligten offenbar wohl. Rauguth: „Ich denke, die Lösung mit dem E-Werk ist ideal, das bestätigen auch alle.“ Anders als in den Gemeindesälen in der Stadt und dem Zelt auf dem Hela-Gelände sei es hier möglich, so viele Gäste ordentlich zu bewirten. In der Halle könne der Bereich, wo zum Abschluss die Gabentüten mit den Lebensmitteln und Hygieneartikeln ausgegeben werden, vom Veranstaltungsbereich abgetrennt werden. Auch eine Kinderbetreuung ist hier eingerichtet. Die werde immer stärker nachgefragt. Rauguth: „Die Eltern von etwa 50 Kindern haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht.“ Für die Kleinen gibt es später eine Extra-Überraschung, viele Saarbrücker haben Spielzeug gespendet.

Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ist wie auch in den Jahren zuvor ebenfalls unter den Gästen. Auch die Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) hat eine Abordnung geschickt. Sie hat das E-Werk miet- und kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Zurück zu Dirk, der von der Galerie noch immer auf sein Werk blickt. „Später“, so sagt der Wohnungslose, „wird es Einladungen von denen geben, die ein Dach über dem Kopf haben.“ Zum Warmschlafen, wie die Wohnungslosen das nennen. „Wahnsinn“, sagt er noch einmal, „was die auf die Beine stellen.“

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 28.12.2009

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