Burbach - Regenwasser sammeln – gut für die Umwelt schlecht für den Geldbeutel?
by Michael Momber

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Regenwasser sammeln – gut für die Umwelt schlecht für den Geldbeutel?

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Wer Regenwasser auffängt und es statt aufbereiteten Trinkwasser für die Gartenbewässerung oder sogar zum Wäschewaschen verwendet, schont die Umwelt.

Wer Wasser spart, kann auch Geld sparen
Wie Bürgerinnen und Bürger damit auch Geld sparen können, erklärt Simone Stöhr, Bereichsleiterin Abwasserwirtschaft beim Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE) der Landeshauptstadt: „Prinzipiell kann man mit dem Auffangen und der Verwendung von Regenwasser auch Geld sparen, das ist aber abhängig von der Art und dem Umfang der geplanten Anlagen.“ Dabei müsse nicht automatisch ein großer unterirdischer Wassertank den meisten Nutzen bringen. „Schon mit einem einfachen Fass, das über die Regenrinne gefüllt wird, lässt sich Geld bei der Gartenbewässerung sparen“, sagte Stöhr.

Zysternen gibt es zu einem Preis ab circa 130 Euro
Größere Wasserbehälter, sogenannte Zisternen, aus Kunststoff mit 1000 Liter Fassungsvermögen werden bereits ab etwa 130 Euro verkauft. Erdtanks sind aus stabilerem Material, ihr Preis liegt bei mindestens 350 Euro. Neben den höheren Anschaffungskosten entstehen bei diesen Behältern zusätzliche Ausgaben für das Eingraben. Diesen Kosten stehen Einsparungen beim Trinkwasserverbrauch und Vergünstigungen bei den städtischen Abwassergebühren gegenüber. Zum Beispiel wird für je 500 Liter Zisternenvolumen die jährliche Niederschlagswasser-Gebühr für zehn Quadratmeter der Dachfläche erlassen. Eine komplette Befreiung von dieser Gebühr ist möglich, wenn – im Falle einer gefüllten Zisterne – das weiter zulaufende Regenwasser mit Hilfe eines Überlaufs in der Erde versickert. Etwa 1200 Zisternenbesitzer in Saarbrücken profitieren von dieser Art Gebühren zu sparen.

Brauchwasser-Nutzanlagen in rund 170 Saarbrücker Gebäuden
Rund 170 Gebäude in Saarbrücken verfügen über eine so genannte Brauchwasser-Nutzungsanlage. Dabei wird das in einer Zisterne aufgefangene Regenwasser auch für die Toilettenspülung oder zum Wäschewaschen verwendet. Dabei wird das aufgefangene Wasser über ein zusätzliches Leitungssystem im Haus zu den Verbrauchsstellen geführt. In diesem Fall muss sichergestellt werden, dass kein Regenwasser in das öffentliche Trinkwassersystem gelangt.

Beachtliche Preisunterschiede bei verschiedenen Anbietern
Der technische Aufwand für solche Anlagen ist groß und führt zu höheren Anschaffungs- und Einrichtungskosten. Je nach Anlagenanbieter können zudem beachtliche Preisunterschiede auftreten. Der ZKE rät den Bürgerinnen und Bürgern deshalb, mehrere Angebote zu vergleichen. Neben dem ökologischen Nutzen dieser Brauchwasser-Nutzungsanlagen kann in den Haushalten durch die Einsparung von Trinkwasser Geld gespart werden. Zudem wird die Niederschlagswasser-Gebühr vermindert: Je 500 Liter Zisternenvolumen werden die Gebühren für 20 Quadratmeter der Dachfläche erlassen. Die Schmutzwasser-Gebühr, die für die Ableitung des Abwassers in die öffentliche Kanalisation anfällt, kann mit einem pauschalen Verfahren berechnet oder per Verbrauchszähler genau ermittelt werden.

Reduzierung der Niederschlagswassergebühr
Für Gartenbesitzer, die keine Möglichkeit haben, ihr Grün mit aufgefangenem Regenwasser zu versorgen, sparen weder teures Trinkwasser noch können sie von einer Reduzierung der Niederschlagswasser-Gebühr profitieren. Benötigen sie größere Trinkwassermengen, um zum Beispiel die jährliche Gemüseernte zu sichern, ist eine Reduzierung der Schmutzwasser-Gebühr möglich. Um die Wassermenge zu ermitteln, die nicht im Abwasserkanal landet, werden Wasseruhren angebracht. Diese müssen frostsicher eingebaut und regelmäßig geeicht oder ausgetauscht werden.

Reduzierung nur bei hoher Nutzung sinnvoll
Da neben den Anschaffungs- und Installationskosten auch Verwaltungsgebühren für die Abnahme und die Antragsbearbeitung anfallen, ist die Investition nur dann wirtschaftlich, wenn der jährliche Verbrauch an Gartenwasser mehr als 15 000 Liter beträgt. Simone Stöhr hat dazu ein Beispiel parat: „Eine Gießkanne mit zehn Litern Fassungsvermögen muss zwischen 1 500 und 2 000 mal befüllt und ausgegossen werden, um diese Wassermenge in den Garten zu befördern.“

Wasser sparen immer abhängig von örtlichen und persönlichen Voraussetzungen
Wasser sparen ist viele Bürger bereits eine Selbstverständlichkeit. Eine Regentonne oder eine größere Zisterne amortisieren sich über die Einsparung von Trinkwasser- und Abwasserkosten sowie gegebenenfalls über eine Reduzierung der Niederschlagswasser-Gebühren innerhalb kurzer Zeit. Aufwändige Brauchwasser-Nutzungsanlagen sind ökologische Spitzenreiter unter den Wassersparverfahren, erfordern aber Investitionen, die sich erst über einen längeren Zeitraum rechnen. Welche Verfahren ökologisch und wirtschaftlich am besten geeignet ist, hängt von den örtlichen und auch den persönlichen Voraussetzungen ab.

Weitere Informationen und Beratung: Landeshauptstadt Saarbrücken, Zentraler Kommunaler Entsorgungsbetrieb (ZKE), Tel. (0681) 905-7271 oder Tel. (0681) 905-7274.
Quelle: Pressemitteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken vom 18.02.2010

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